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19.05.2008 Die besten Torhüter der Bundesliga![]() René Adler konnte seinen Spitzenplatz nicht ganz behaupten Der Bundestrainer entschied sich gegen Legionär Timo Hildebrand und nimmt stattdessen zwei Keeper aus der Bundesliga mit zur EM. Doch wer ist eigentlich der stärkste Tormann in der Liga? sportal.de hat in guter Tradition die Durchschnittsnoten verglichen und kürt die Top Ten. Platz 10 (Hinrunde Platz 8): Tim Wiese (Werder Bremen) In den vergangenen Tagen wurde in der Öffentlichkeit und in des Bundes-Jogis Trainerstab viel über die deutschen Torhüter diskutiert. Ein Name fiel dabei selten, obwohl Tim Wiese von den Anlagen her zu den besten Rückhalten der Bundesliga zu zählen ist. Doch der Herr Wiese hat Ecken und Kanten und das wird in der Nationalelf nicht so gerne gesehen. Anders in Bremen, dort ist der 26-Jährige völlig akzeptiert und wird - wie beim wichtigen 1:0-Sieg in Hamburg - von den Fans mit Sprechchören bedacht. Apropos Hamburg, da sind wir auch gleich beim negativen Höhepunkt der Wiese-Saison. Der Bremer kam in der Auswärtspartie zu forsch aus seinem Kasten und streckte HSV-Angreifer Ivica Olic mit einem Kung-Fu-Tritt nieder. Sowas kann sicherlich mal passieren, aber wie anno 1982 bei Toni Schumacher fehlte im Anschluss die richtige Einschätzung der Situation, statt einer Entschuldigung und eines Schuldeingeständnisses gab Wiese direkt nach Spielschluss den Ahnungslosen. Mittlerweile folgte ein Sorry in Richtung Olic - die Sache darf also als vergessen betrachtet werden. Für weiter vorne in der sportal.de-Rangliste hat es nicht gereicht, weil die Saison von Tim Wiese gut, aber bei weitem nicht überragend war. Mit 45 Toren hat Bremen die deutlich schlechteste Abwehr der Spitzengruppe, was sicherlich vor allem an der häufig schlechten Rückwärtsbewegung seiner Vorderleute lag. Aber Wiese konnte sich deutlich seltener auszeichnen und deshalb fiel er gegenüber der Vorrunde sogar noch um zwei Plätze zurück. Platz 9 (7): Oliver Kahn (Bayern München) Was soll an dieser Stelle noch über den Rekordspieler unter den Torhütern in der Bundesliga geschrieben werden? Am Wochenende trat Kahn nach 557 Spielen für den KSC und Bayern München zurück und die Würdigungen seiner Karriere nehmen kein Ende. Deshalb beschränken wir uns auf die vergangene Saison und begründen das für einen Oliver Kahn auf Platz neun eher schlechte Abschneiden. Nach der Hinrunde stand der Altmeister übrigens noch auf Rang sieben. Fakt ist, die Bayern stellten mit nur 21 Gegentoren die beste Defensive in der Bundesliga-Historie. Aber seine Vorderleute waren so stark, dass Kahn seine vielleicht ruhigste Saison überhaupt hinter sich hat. Fakt ist aber auch, dass er in den wenigen Momenten, wo er gebraucht wurde, da war und die von ihm gewohnte Reaktionsfähigkeit wie in jungen Jahren abrufen konnte. Besonders im Gedächtnis blieb - auch wenn sie keinen Einfluss auf diese Rangliste hatte - die Parade im Pokalfinale gegen Dortmund, als Kahn in der Verlängerung katzengleich den Schuss von Florian Kringe aus dem Eck kratzte und somit das Double erst möglich machte. Platz 8 (2): Markus Miller (Karlsruher SC) Der Keeper, der nach Markus Pröll - der Frankfurter flog nach seiner starken Hinrunde, begünstigt durch eine längere Verletzungspause, sogar ganz aus den Top Ten - den größten Einbruch erlebte, ist der in Fankreisen gerne Killer-Miller genannte Torwart vom Karlsruher SC. Nach der Hinrunde lag einerseits der KSC in der Tabelle noch wesentlich besser, doch auch Miller war mit Rang zwei in der sportal.de-Rangliste ganz vorne zu finden. Aber genauso wie Pröll stoppte Miller zunächst auch eine Verletzung. Nach einem Kreuzbandriss kämpfte sich Miller zwar erstaunlich schnell zurück in die Startelf des Aufsteigers. Ähnlich wie bei der Karlsruher Mannschaft zeigte beim 26-Jährigen in einigen Spielen nach der Winterpause die Formkurve deutlich nach unten. So patzte Miller gegen die Hertha, gegen Bochum und auch beim letzten Saisonspiel in Hamburg. Nicht unerwähnt soll aber auch die Weltklasseleistung beim 1:1 in Dortmund bleiben, Miller brachte den BVB mit seinen Glanzparaden zur Verzweiflung - so dürfte er sich in der kommenden Spielzeit wieder weiter oben präsentieren. Platz 7 (-): Stefan Wächter (Hansa Rostock) Tendenziell haben es Keeper von Teams aus den unteren Regionen der Tabelle einfacher, sich auszuzeichnen - es kommt einfach viel mehr auf ihren Kasten. Diese Chance nutzte Stefan Wächter vor allem in der Rückrunde, als die Rostocker immer weiter in den Abstiegsstrudel gerieten, der Ex-Hamburger aber zu einem der besten Wächter der Bundesliga avancierte. Zu Beginn der Saison sah das noch ganz anders aus. Der 30-Jährige patzte einige Male, im Hansa-Umfeld wurde bereits offen über eine Ablösung spekuliert. Doch Trainer Frank Pagelsdorf hielt an seiner neuen Nummer eins fest - und behielt Recht. Bitter war nur, dass sich der Keeper am 30. Spieltag in Cottbus schwer am Knie verletzte, tapfer weiter das Tor hütete, unglücklich das vielleicht vorentscheidende 1:2 kassierte und danach tatenlos mit ansehen musste, wie Rostock einfach nicht mehr die Kurve kriegte - in der kommenden Spielzeit wird Wächter als Zweitligatorhüter in dieser Rangliste nicht mehr auftauchen. Platz 6 (6): Frank Rost (Hamburger SV) Mit der zweitbesten Abwehr vor sich hat Frank Rost seinen Platz aus der Hinrunde verteidigt. Der Routinier spielte unter Huub Stevens eine gute Saison und ist in seiner ersten kompletten Runde für die Hamburger zum absoluten Führungsspieler gereift. Als einer der wenigen Torhüter machte er auch alle 34 Saisonspiele, einzig in der letzten Partie gegen den KSC wurde Rost kurz vor Schluss gegen Ersatzmann Wolfgang Hesl ausgetauscht - eine Anerkennung für den weitgehend unbekannten zweiten Mann. Zwischenzeitlich machte sich Rost sogar Hoffnungen auf die EM, er bekundete sogar öffentlich sein Interesse, doch eine ernsthafte Chance dürfte der 34-Jährige nie gehabt haben. Platz 5 (4): Tom Starke (MSV Duisburg) Nach Stefan Wächter hat es ein zweiter Keeper von einem Absteiger in die Top Ten von sportal.de geschafft, wie schon in der Vorrunde platzierte sich Duisburgs Tom Starke ganz weit vorne. Der 27-Jährige gehörte in seiner ersten kompletten Saison als Nummer eins in der Bundesliga zu den wenigen konstanten Zebras. Trotz der 47 Gegentore, die Starke aus dem Netz fischen musste, kassierte er nie eine schlechtere Note als eine 4,0. Die Duisburger verspielten den Klassenerhalt vor allem auf eigenem Platz, als schlechtestes Heimteam gab es elf Niederlagen in der MSV-Arena, drei mehr als die zweitschlechteste Mannschaft Hansa Rostock. Platz 4 (3): Robert Enke (Hannover 96) Einer von drei deutschen EM-Torhütern schnupperte mit Hannover 96 sogar eine Zeit lang an den internationalen Startplätzen, an Enke lag es nicht, dass am Ende "nur" Platz acht heraussprang. Mit der besten Punkteausbeute seit dem Wiederaufstieg haben sich die Niedersachsen in der Bundesliga etabliert und Enke hat einen großen Anteil daran. Platz 3 (-): Gerhard Tremmel (Energie Cottbus) Gerhard Tremmel wird in diesem Jahr bereits 30 Jahre alt, doch es mussten einige Jahre vergehen, bis er sich mal wieder wie in den guten alten Unterhachinger Zeiten Stammkeeper nennen durfte. In Hannover war es schon mal fast soweit, in Berlin wollte es dagegen nie so richtig klappen und auch bei Energie Cottbus stand ihm mit Tomislav Piplica ein Konkurrent im Weg. Doch Tremmel profitierte vom Trainerwechsel hin zu Bojan Prasnikar, der Slowene probierte zwischen den Pfosten mal was Neues und wird seine Entscheidung nie bereut haben. Insbesondere bei der Cottbuser Siegesserie zwischen dem 24. und 28. Spieltag war Tremmel ein großer Rückhalt - der Klassenerhalt der Lausitzer ist in jedem Fall auch ein Verdienst des Torhüters. Platz 2 (1): René Adler (Bayer Leverkusen) Die Ausbootung von Timo Hildebrand in der Nationalmannschaft ist für den Keeper vom FC Valencia nur schwer zu verkraften, doch über die Nominierung von René Adler dürfte es keine Diskussionen geben. Die Vorrunde als bester Keeper abgeschlossen, wurde er zwar von Platz eins verdrängt, doch diese Tatsache lässt ein Stichwort nicht weniger aussagekräftig wirken: Konstanz. Seit Bayer-Coach Michael Skibbe den Nachwuchsmann am 23. Spieltag der vergangenen Saison ins kalte Wasser geworfen hat, spielt Adler auf einem gleichbleibend hohen Level. Platz 1 (-): Diego Benaglio (VfL Wolfsburg) Es gibt viele Faktoren, die den VfL Wolfsburg zur drittbesten Rückrundenmannschaft und letztlich zu einem UEFA-Pokalteilnehmer werden ließen. Einer dieser Faktoren kommt aus der Schweiz, kam in der Winterpause von Nacional Funchal zu den Wölfen und heißt Diego Benaglio. Der Nationalkeeper der Eidgenossen wurde als Ersatz für den in der Hinrunde glücklosen Simon Jentzsch geholt und Trainer Felix Magath machte mit dieser Maßnahme alles richtig. Kassierte der VfL in der Hinrunde noch 30 Gegentore, so halbierte Benaglio zusammen mit einer stabileren Deckung diesen Wert nahezu. Benaglio ist ein kompletter Torwart, der sowohl auf der Linie als auch in der Strafraumbeherrschung ganz oben anzusiedeln ist. Lohn ist der Goldene Rang in der sportal.de-Rangliste, zwischen den Pfosten gehen die Schweizer ohne Sorgen in ihre Heim-EM. Lesen Sie morgen: Die besten Abwehrspieler der Bundesliga Marcus Krämer |