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Top-Ten der Abwehrspieler
Top-Ten der Abwehrspieler
Mit Daniel van Buyten, Lucio und Martin Demichelis sind drei Bayern in den Top-Ten

Ganze 21 Gegentore kassierte der FC Bayern München in der Saison. Dieser herausragende Wert schlägt sich auch in der sportal.de-Rangliste der besten Abwehrspieler der Bundesliga nieder. Gleich drei Münchner tauchen unter den besten zehn Akteuren auf.

Platz 10 (Hinrunde Platz 6): Jerome Boateng (Hamburger SV)
sportal.de
-Durchschnittsnote 3,35 (27 Spiele/kein Tor)

Der 19-Jährige ist sicherlich eine der großen Überraschungen beim HSV. Die Neuverpflichtung aus Berlin war als Ergänzungsspieler eingeplant und mauserte sich blitzschnell zum Stammspieler. Der 19-Jährige präsentierte sich für sein Alter erstaunlich abgeklärt im Defensivverhalten und ist zudem sehr vielseitig. Er kann in der Abwehr sowohl auf der linken als auch auf der rechten Außenbahn eingesetzt werden.

Platz 9 (5): Per Mertesacker (Werder Bremen)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,34 (32 Spiele/1 Tor)

Der 23-Jährige ist nicht nur bei Werder Bremen sondern auch in der Nationalelf eine Bank. Dies stellte er auch in seiner zweiten Saison bei den Hanseaten unter Beweis. Er gilt als einer der fairsten Verteidiger der Liga, der durch gutes Stellungsspiel und geschicktes Zweikampfverhalten oftmals ohne Fouls auskommt. Dennoch musste Mertesacker in dieser Saison eine ganz neue Erfahrung machen. Am 23. Spieltag sah er beim 3:6 in Stuttgart die erste Rote Karte in seiner Bundesliga-Karriere.

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Dieses Spiel war aber nicht nur deshalb sein persönlicher Tiefpunkt der Rückrunde. Beim Debakel gegen die Schwaben stand Mertesacker völlig neben sich und wurde für seine katastrophale Leistung mit der Note sechs abgestraft. Überhaupt ließ es bei den Bremern nach der Winterpause nicht mehr ganz so rund, was sich auch in den Noten des Verteidigers widerspiegelte. Bis auf einen weiteren ganz schwachen Auftritt am 18. Spieltag gegen Bochum (Note 5) blieb Mertesacker aber von groben Aussetzern verschont.

Platz 8 (-): Christian Pander (Schalke 04)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,32 (17 Spiele/1 Tor)

Kummer ist Christian Pander sicherlich gewohnt. Gerade einmal 24 Jahre ist der Linksverteidger alt und doch hat er schon zahlreiche Verletzungen überstehen müssen. Das war leider auch diese Saison so. Mal war es das Knie, dann die Adduktoren oder aber die Hüfte. Aufgrund diverser Probleme konnte Pander nur 17 Spiele absolvieren. Wenn er denn mal fit war, füllte er seine Position meist zuverlässig aus und verzückte die Schalker Fans zudem mit seiner unnachahmlichen Schusstechnik. Aufgrund dieser Fähigkeit hätten ihn viele Fußball-Fans sicher auch gerne im EM-Kader von Joachim Löw gesehen, doch eine verletzungsbedingte Pause in der Schlussphase der Saison bedeutete das endgültige Ende aller Hoffnungen. Daran änderte auch sein gutes Comeback am letzten Spieltag in Nürnberg nichts mehr.

Platz 7 (-): Lucio (Bayern München)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,32 (24 Spiele/1 Tor)

Ganze 21 Gegentore kassierte der FC Bayern in der Saison, das allein sagt schon genug über die Klasse der Defensivspieler der Münchner aus. Lucios Qualitäten sind seit Jahren schon hinlänglich bekannt. Seine berüchtigten Ausflüge in die Offensive musste der Brasilianer auf Wunsch von Ottmar Hitzfeld allerdings einschränken. Nur noch ganz sporadisch wagte er sich nach vorne. Seiner Leistung tat dies keinen Abbruch. Lucio leistete sich in der Liga keine gravierenden Patzer, für die der Brasilianer in der Vergangenheit auch immer mal gut war. Ein Ellenbogenschlag gegen Stuttgarts Ludovic Magnin und eine daraus resultierende Sperre für vier Partien sowie einige Verletzungsprobleme sorgten dafür, dass der Brasilianer nur 24 Spiele absolvieren konnte. Die Partie in Stuttgart war sein einziger Auftritt, der mit einer mangelhaften Note (5,5) bewertet wurde.

Platz 6 (7): Joris Mathijsen (Hamburger SV)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,26 (31 Spiele/1 Tor)

Der Niederländer ist das Musterbeispiel für einen soliden, verlässlichen Innenverteidiger. Im Zentrum der HSV-Defensive sorgte er mit dafür, dass die bei Trainer Huub Stevens so beliebte Null hinten 13 Mal stand. Er spielt nicht spektakulär, aber dafür um so abgeklärter und das mit geringen Leistungsschwankungen. Auch als es beim HSV nach der Winterpause nicht mehr rund lief, war auf Joris Mathijsen Verlass. Einzige Ausnahme war das Gastspiel in Wolfsburg, als der Niederländer nach einer Auseinandersetzung mit Grafite die Rote Karte sah und drei Spiele gesperrte wurde.

Platz 5: Clemens Fritz (Werder Bremen)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,25 (23 Spiele/1 Tor)

Wie so viele Bremer Spieler hatte auch Clemens Fritz zu Saisonbeginn verletzungsbedingt einige Spiele verpasst. Doch nach seiner Genesung zeigte er sogleich, warum Joachim Löw ihn für die EM nominiert hat. Ob als rechter Verteidiger oder aber im rechten Mittelfeld, Fritz ist die Zuverlässigkeit in Person. Bissig im Kampf Mann gegen Mann und schnörkellos im Spielaufbau. In der ganzen Saison gab es gerade einmal drei Spiele, in denen Fritz schlechter als 3,5 bewertet wurde. Darunter auch das 3:6-Debakel beim VfB Stuttgart, bei dem er die einzige 5 in der ganzen Spielzeit bekam.

Platz 4 (7): Heiko Westermann (Schalke 04)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,15 (32 Spiele/4 Tore)

Für den ehemaligen Bielefelder war die erste Saison auf Schalke ein voller Erfolg. Er etablierte sich als Stammspieler, schaffte den Sprung ins Nationalteam und wurde in den EM-Kader berufen. Viel mehr kann man wohl nicht erwarten. Seine Vielseitigkeit ist dabei sein größtes Plus. Er kann in der Abwehr links, rechts oder zentral spielen. Die Verletzungsprobleme von Christian Pander erleichterten ihm zudem den Sprung in die Mannschaft. Aus der ist der Allrounder inzwischen kaum noch wegzudenken, zumal er mit vier Treffern durchaus auch seine Torgefahr unter Beweis stellte.

Platz 3 (-): Daniel van Buyten (Bayern München)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,11 (19 Spiele/1 Tore)

Nach seiner ersten Saison hatten sich schon viele gefragt, warum die Bayern den Belgier 2006 für viel Geld vom HSV an die Isar gelotst hatten. Doch diese Zweifel konnte der baumlange Abräumer inzwischen beseitigen. Zu Beginn der Saison musste er zwar lange auf der Bank schmoren, doch angesichts des Mammutprogramms der Bayern war es nur eine Frage der Zeit, bis der Nationalspieler gebraucht würde. Vor der Winterpause war das zwar nur sechs Mal in der Liga der Fall, danach durfte er sich mit 13 Einsätzen aber schon als Stammspieler fühlen. Und van Buyten musste sich mit seiner Leistung nicht hinter Martin Demichelis oder Lucio verstecken. Sein überragendes Kopfballspiel und seine Kompromisslosigkeit im Zweikampf lassen so manche technische Schwäche vergessen.

Platz 1 (4): Martin Demichelis (Bayern München)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,00 (28 Spiele/1 Tore)

Der Argentinier spielte eine überragende Saison und verpasste als Innenverteidiger in der Hinrunde keine einzige Minute. In der Rückserie gab es kurzfristig Aufregung, als er sich mit Trainer Ottmar Hitzfeld anlegte. Der Coach schätzte die Vielseitigkeit des 27-Jährigen und stellte ihn ein ums andere Mal im defensiven Mittelfeld auf. Demichelis selbst passte das gar nicht und so machte er aus seinem Unmut keinen Hehl. Der Disput mündete in einer internen Sperre für ein Spiel. Danach wurde Demichelis begnadigt und der knüpfte nahtlos an seine Klasseleistungen an. Kampfstark, hart und kompromisslos beackert er seine Gegenspieler und treibt zudem das Aufbauspiel des eigenen Teams an. In dieser Verfassung wird auch der neue Trainer Jürgen Klinsmann seine Freude an ihm haben.

Platz 1 (1): Marcelo Bordon (Schalke 04)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,00 (31 Spiele/5 Tore)

Er ist der Kapitän der Königsblauen und wurde dieser Rolle mit einer starken Saison vollkommen gerecht. Bordon ist die Seele der Schalker Abwehr und hält mit seiner Ausstrahlung die eigene Hintermannschaft zusammen. Mit seinem perfekten Kopfballspiel ist er nicht nur hinten der Turm in der Schlacht, sondern sorgt auch im Angriff stets für Gefahr. Von seiner Übersicht und Routine profitieren zudem seine Mitspieler. In der schwierigen Phase nach der Entlassung von Trainer Mirko Slomka fand er zu seiner absoluten Topform. Er war in der Schlussphase der Saison maßgeblich daran beteiligt, dass die Knappen noch auf den dritten Tabellenplatz nach vorne kamen.

Lars Ahrens