Ein unüberlegtes Statement und heftige Kritik an der Staatsanwaltschaft haben jetzt auch Gianluigi Buffon ins Visier der italienischen Ermittler im Wettskandal rücken lassen. Die Staatsanwaltschaft nimmt verdächtige Bewegungen von 1,6 Millionen Euro auf dem Konto des Nationaltorhüters unter die Lupe. Der Anwalt spricht von einem "Hinterhalt".
Es bebt und brodelt heftig in Italien. Erdbeben erschüttern das Land und der kürzlich aufgedeckte erneute Wettskandal schlägt immer größere Wellen und behindert die Vorbereitung der Squadra Azzurra auf die EM in Polen und der Ukraine erheblich. Linksverteidiger Domenico Criscito war bereits vor einigen Tagen von der Polizei aus dem Trainingslager in Coverciano abgeführt worden, über Innenverteidiger Leonardo Bonucci schwebt weiter der latente Verdacht einer Mittäterschaft.
Ausgerechnet vor dem wichtigen - weil letzten und einzigen - EM-Testspiel Italiens gegen Russland in Zürich ist nun auch Nationaltorhüter Gianluigi Buffon ins Visier der Ermittler gerückt. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft in Cremona wurde über angeblich verdächtige Bewegungen auf einem der Konten Buffons unterrichtet. Von dort seien zwischen Januar und September 2010 insgesamt 14 Zahlungen zwischen 50.000 und 200.000 Euro an den Inhaber eines Tabakladens in Parma geflossen, insgesamt 1.585.000 Euro.
Buffon: Alte Wettleidenschaft wieder aufgeflammt?
Da Massimo Alfieri, so der Name des Tabacchi-Betreibers, nicht nur Rauchwaren, Schreibbedarf und Zeitschriften verkaufe, sondern gleichzeitig auch Annahmestelle für Lotto, Toto und Wetten ist, vermutet die Finanzpolizei offenbar eine Verstrickung Buffons in Wettgeschäfte. Zumal Buffon im Zuge des Skandals von 2006 eingeräumt hatte, zeitweilig selbst gewettet zu haben, wenn auch nur im gesetzlich erlaubten Rahmen.





