(Seite 2 von 2)
Wie stark hat Sie ihr lädiertes Knie gehandicapt?
"Das Knie tut weh wie im letzten Jahr. Da wird eine Behandlung notwendig sein. Was die Zukunft dieses Themas angeht, will ich dem keinen Raum geben, weil ich schon soviel über das Knie gesprochen habe. Zehn Versuche kann ich gut belasten, dann wird es anstrengend. Das eigentliche Problem war heute im Wettkampf, dass die Beine immer schwerer wurden. Man konnte richtig fühlen, wie der Zweifel vom Zeh an immer höher rutschte bis zum Knie und bis zur Hüfte."
Einmal mehr haben Sie ihr Nationaltrikot zerrissen...
"Es ist meine Art des Feierns und die Gefühle rauszulassen. Ich habe es schon bei der WM in Berlin und Daegu gemacht. Diesmal hatte ich es angekündigt."
Nach dem fünften Versuch lagen Sie mit 68,27 Metern in Führung. Der Iraner Ehsan Hadadi, bis dahin an der Spitze liegend, hatte noch einen Wurf. Wie haben Sie diesen Moment des Banges erlebt?
"Das war ein sehr unangenehmes Gefühl, weil ich auch nichts mehr machen konnte. Als sein Diskus in die Luft abhob, dachte ich, der sieht gar nicht so schlecht aus. Er hat aber die eigentliche Steigphase nicht beschritten, so dass ich davon ausgehen konnte, dass es reicht."
Auf der Ehrenrunde sind sie über die Hürden gelaufen. Wie kamen Sie auf diese verrückte Idee?
"Das war auch ein bisschen emotional für mich. Die Kampfrichter am Hürdenstart wollten es mir verbieten. Sie haben mich ein wenig provoziert, deshalb habe ich es gemacht. Es war einfach ein Spaß."
Sie sind jetzt ein Mega-Sportstar in Deutschland. Sind Sie auch ein Kandidat für die "Sportler des Jahres"-Wahl?
"Ich bin derjenige, der die Leistung generiert hat. Das versuche ich so gut wie möglich darzustellen. Natürlich bestehe ich nicht auf irgendwelche Ehrungen, schon gar nicht, wenn es irgendwelche großen Institutionen sind. Ich fände es schön, wenn die Leute das so sehen und das honorieren würden."





