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Die bahrainischen Organisationen haben das Rennen unter das Motto "Vereint: Eine Nation feiert" gestellt. Doch der Realität entspricht das nicht. "Wir wollen Freiheit, keine Formel 1", hatten Demonstranten bei ihren jüngsten Kundgebungen auf die Plakate geschrieben. Das Land ist weder vereint, noch befriedet. Seit Beginn der Proteste 2011 sind bisher 50 Menschen in blutigen Auseinandersetzungen zwischen Staatsmacht und Opposition ums Leben gekommen. Immer wieder kommt es zu neuen blutigen Zusammenstößen. Menschenrechtsorganisationen warnen bereits, dass Bahrain unter der "Fassade der Normalisierung" auf einen "neuen Ausbruch der Gewalt" zusteuere.
Vor diesem Hintergrund sei das Rennen "eine Schande", kritisierte Menschenrechtsaktivist Nabil Radschab im Interview mit der FAZ. "Es verhilft unserem despotischen Herrscher-Clan aus der Isolation. Staatsgäste kommen aus dem Ausland, aber auch Mitglieder aus anderen Königshäusern oder wichtige Vertreter der Wirtschaft - schön für unseren König". In seiner Kritik sparte Radschab auch FIA und Formel 1 nicht aus, die seiner Meinung nach für einen Sport stünden, "der Diktatoren und repressive Regime unterstützt."
Todt: "Es geht uns um den Sport"
Ein Vorwurf, den FIA-Präsident Jean Todt natürlich weit von sich wies. "Wir sind nur am Sport interessiert, nicht an Politik", erklärte er und stellte sich gegen die in den letzten Wochen immer lauter gewordenen Forderungen nach einer erneuten Absage. Und Bernie Ecclestone erklärte: "Das ist nicht unsere Sache, wie das Land geführt wird." Denn noch mehr als an Sport sind die FIA und vor allem Formel 1-Chefvermarkter Ecclestone aber wohl an Geld interessiert das vermutet nicht nur der englische Guardian.
"Diese Entscheidung hat nur mit Wirtschaftsinteressen zu tun, aber nichts mit dem Sport", schrieb das Blatt. Schließlich geht es um Millionen-Beträge, die Ecclestones Firma im Fall einer Absage aus der Nase gehen würden. Bahrain zahlte nicht nur enorme Summen, um überhaupt in den Grand Prix-Kalender aufgenommen zu werden, sondern ist auch in der FIA und als 50 Prozent-Shareholder bei McLaren im Fahrerlager sehr einflussreich.





