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Unser Live-Redakteur Andreas Wolf schrieb in der Einzelkritik, dass Kießling den Treffer wohl auch so gemacht hätte. Das stimmt, und zudem sah der Keeper zwar nicht glücklich aus in dieser Szene, war aber keineswegs der einzige Stuttgarter, der zuließ, dass aus einem Einwurf ein Gegentor wurde. So liefen weder Maza noch Georg Niedermeier mit, beide verloren Kießling aus den Augen. Wenn man Ulreich in dieser Szene Abzüge anlasten wollte, dann hätten wir das also mit der Note 4, maximal einer 4,5 geahndet.
Nun war das ja aber nicht die einzige Aktion des Stuttgarter Schlussmanns. Er parierte in der zweiten Hälfte stark gegen einen verdeckten Schuss von Karim Bellarabi. Sein präziser Abschlag fand zudem Raphael Holzhauser weit in der gegnerischen Hälfte vor dessen Assist zum 2:1. Der Ball vor dem 2:2-Ausgleich kam unserer Meinung nach zu weit auf den langen Pfosten (wo drei VfB-Abwehrspieler waren), als dass man Ulreich hier weitere Vorwürfe machen könnte. Einzig sein riskantes Einsteigen gegen André Schürrle nach dem schweren Patzer von Maza in den Schlussminuten hätte noch einen Abzug erlaubt - dann aber schlechtestenfalls auf 4. Die Gesamtleistung Ulreichs schien uns aber gerade noch durchschnittlich.
Georg Niedermeier (VfB Stuttgart): sportal.de-Note 4. Kicker-Note 2,5
Im Zusammenhang mit Ulreichs Note ist sicher auch die von Abwehrchef Niedermeier zu sehen. Bei uns um eine halbe Note schlechter bewertet als sein Keeper, hat der Kicker ihn um 2,5 Noten besser gesehen. Selbst Maza wird von den Kollegen noch um eine Note besser gesehen als Ulreich. Dem halten wir entgegen, dass Leverkusen zu oft zum Abschluss kam, um von einer überdurchschnittlichen Abwehrleistung sprechen zu können.
Sechs Schüsse brachte Bayer 04 auf das Stuttgarter Tor, laut den Statistiken von Opta. Einzig Freiburg schaffte an diesem Spieltag noch mehr Abschlüsse aufs Tor. Das spricht nicht für eine gute Vorstellung der Viererkette (während etwa viele Abschlüsse, die jedoch nicht das Tor treffen, für eine Reduzierung der Chancenqualität sprächen). Kombiniert mit den Eindrücken des Spiels selbst führt das zu einer leicht unterdurchschnittlichen Note für den Hauptverantwortlichen für die Abwehrarbeit, eben Niedermeier. Einen Stellungsfehler konnte er nur mit einem verwarnten Foulspiel ausbügeln, ansonsten patzte Niedermeier nicht. Ergibt im Gesamtkontext des Spiels für uns eine "ausreichende" Leistung.
Szabolcs Huszti (Hannover 96): sportal.de-Note 3. Kicker-Note 4,5
Starten wir auch hier mit der eindeutigeren Note, der 4,5. Wie sich in einem so guten und hochwertigen Spiel erklärt, ist dem Artikel "Diouf rettet die 96-Serie" im Kicker zu entnehmen, in dem von "Defensivschwächen" des Ungarn die Rede ist. Ehrlich gesagt zu Recht: Zusammen mit Konstantin Rausch verhielt Huszti sich beim Gegentor nicht gut, auch dass Lukasz Piszczeks noch zu seinem Pfostenschuss kam, spricht nicht unbedingt für Huszti.
Das allein wären in der Tat gute Gründe für eine Note wie 4,5. Wenn nach vorne gar nichts von Huszti gekommen wäre. Dass er anders als in der Anfangsphase der Saison diesmal aber nicht mit direkten Toren oder Assists glänzen konnte, lag kaum an mangelndem Einsatz des Spielers. Vielmehr war er, auch aufgrund dessen, was unser Live-Redakteur Oliver Stein seine "Fähigkeit, das Spiel zu lesen" nannte, einer das Hauptfaktoren für die starke zweite Hälfte der Roten. Gleich dreimal stand Huszti selbst in idealer Position für einen Torerfolg - bei Didier Ya Konans Aktion über die rechte Grundlinie noch vor der Pause, bei Piszczeks Fast-Eigentor in der zweiten Halbzeit, und dann noch einmal bei einer Glanzparade Weidenfellers gegen Mame Diouf, die, wenn der Keeper den Ball nur einen Meter hätte abprallen lassen, zu einem Abstaubertor Husztis geführt hätte.





