(Seite 2 von 3)
Pacquiao war also gewarnt, begann druckvoll und boxte geschickt aus der Distanz. Nach drei Runden hatten mehr als die Hälfte seiner Schläge das Ziel gefunden, während Bradley sein Konzept nicht durchdrücken konnte und immer wieder in Schläge seines Gegners rannte.
Zu Beginn der sechsten Runde hatte der US-Amerikaner eingesehen, dass seine offensive Ausrichtung zu keinem Erfolg führen würde. Bis dato hatte es keinen Grund gegeben, ihm auch nur eine Runde anzurechnen. Der Kampf änderte sich nun ein wenig, da Bradley auch Treffer setzen konnte, die allerdings keine Wirkung zu haben schienen.
Nach zwei ordentlichen Runden zog Pacquiao das Tempo dann wieder an und brachte, in den Augen aller Beteiligter, den Kampf gut nach Hause. "Wenn sich nichts Dramatisches tut, wird Pacquiao einen sehr deutlichen Punktsieg einfahren", hieß es nach Runde neun auch im sportal.de-Ticker.
HBO sieht Pacquiao klar vorne
Die Statistiken des übertragenden Fernsehsenders HBO sprachen ebenfalls klar für Pacquiao: Demnach brachte der frühere Weltmeister in acht Gewichtsklassen insgesamt 253 Schläge ins Ziel - fast 100 mehr als Bradley. Und seinen 190 Power Punches standen 109 des Herausforderers gegenüber.
Was dann folgte, glich einer Farce, bei der Pacquiao allerdings seine Fassung bewahrte und seinem Gegenüber gratulierte. "Ich habe heute mein Bestes gegeben. Aber mein Bestes war nicht gut genug", erklärte er nach dem Kampf. Zwei Punktrichter hatten den Amerikaner mit 115:113 als Sieger gesehen, der dritte stimmte mit 115:113 für Titelverteidiger Pacquiao.
Ein Skandal oder nur ein geschickter Schachzug?
Nun gibt es verschiedene Theorien, die dieses Urteil erklären. Zunächst einmal war es ein skandalöses Urteil. Im sportal.de-Ticker lautete die Einschätzung: "Alle Experten, die einen spannenden Kampf vorausgesagt haben, müssen wohl eingestehen, dass sie sich vom cleveren Marketing und Hype haben anstecken lassen. Manny Pacquiao ist einfach in einer anderen Liga als Timothy Bradley."





