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Wer kennt sie nicht, die zahlreichen Sexhefte in den Kioske: Praline, Coupe, Neue Revue, Wochenend und die Ost-Perle Blitz Illu nahmen ganze Regalkilometer in den deutschen Zeitschriftenläden ein. Kurz nach der Wende stiegen die Auflagen in schier astronomische Höhen (Praline 962.765 im ersten Quartal 1991!). Neben einer grossen Bandbreite von nackten Tatsachen, Foto-Love-Sex-Stories und fragwürdigen Kontaktanzeigen gab es auch ernsthafte Reportagen, die "Todesfalle Büro: Azubiene (16) vom Ventilator geköpft" hießen und die Leserschaft vor Gefahren des Alltags warnen wollten. Regelmäßige Lektüre dieser Männermagazine konnte das Gefühl hervorrufen, ganz Deutschland sei voll von willigen, braungebrannten, jungen Frauen, die sich nichts sehnlicher wünschten, als von einem einsamen Brummifahrer mitgenommen zu werden und ihm in seiner Schlafkabine alle Wünsche zu erfüllen. Mit dieser heilen Welt ist jetzt Schluss. Die Hefte sind einfach nicht mehr profitabel, und so stellen sie die großen Verlage einfach ein oder verkaufen sie komplett an Kleinstverlage. Dort frönen sie einem Nischendasein, Lichtjahre entfernt von der vergangenen Glorie. Schuld ist wie immer das Internet.
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