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15.01.2008 Frankfurt fährt ins Niemandsland![]() Martin Fenin und Caio sollen die Lücke schließen, die Albert Streit hinterlassen hat Nach dem Abgang von Albert Streit hat Frankfurt in der Winterpause groß eingekauft. Martin Fenin und Cesar Alves dos Santos Caio kosten die Eintracht insgesamt knapp acht Millionen Euro. Zudem ist man am griechischen Stürmer Evangelos Mantzios von Panathinaikos Athen dran. Mit diesen Transfers beginnt für Heribert Bruchhagen in Frankfurt ein neues Zeitalter. "Das sind Investitionen für die Zukunft, getätigt auf einer kerngesunden Basis mit den Geldern vom Festgeldkonto", sagte er. Der Vorstandsvorsitzende betonte in den letzten Wochen, Monaten und Jahren immer wieder, dass man in Frankfurt auf die Euphoriebremse drücken müsste, da die Bundesligatabelle aufgrund der finanziellen Möglichkeiten in "Zement gehauen" ist. Als Mittelfeldverein dürfe man sich keine falschen Hoffnungen machen. Selbige möchte sportal.de auch gar nicht erst schüren. Nach unserer Prognose landet die Eintracht im absoluten Niemandsland der Tabelle auf Platz 13. Aber der Reihe nach... Was bisher geschah: Als Frankfurt-Fan startet man in jede Saison mit gemischten Gefühlen. Wenn man die Größe des Stadions und der Stadt betrachtet, müsste man mindestens so ambitionierte Ziele wie der 1. FC. Köln verfolgen. Die Clubführung um Heribert Bruchhagen ist allerdings stets um Zurückhaltung bemüht. Saisonziel: Mittelfeld, nicht mehr und nicht weniger. Insgeheim träumt der gemeine Fan aber von einer Traumsaison wie sie zum Beispiel Nürnberg im letzten Jahr gelang. Nur hochgesteckte Ziele lassen einen tief fallen, wenn man sie verfehlt. Siehe Wolfsburg, Köln und eben auch Nürnberg. Zu Beginn dieser Spielzeit fand man sich überraschenderweise nach fünf Spieltagen auf dem dritten Platz wieder. In Wolfsburg hätte man bestimmt schon die Feierlichkeiten zur Meisterschaft geplant. Sieben Spiele später nach dem 0:0 in München, Oka Nikolov brannten noch die Hände, betonte Bruchhagen weiter, dass man keinerlei Anstrengungen unternehmen würde "nach oben" anzugreifen. Es folgten durchwachsene Leistungen, ehe sich die Frankfurter zum Ende der Hinrunde auf Platz neun einpendelten. Viel höher wird es aber nicht mehr gehen, das können auch die neuen Spieler zur Rückrunde nicht ändern. Frankfurt sieht sich selbst im Mittelfeld, Frankfurt spielt wie eine Mittelfeldmannschaft und wird auch nach unserer Prognose dort landen. Immerhin: Mit dem Abstieg wird man nichts zu tun haben. Winteraktivitäten: Albert Streit konnte nicht gehalten werden. Schalke blieb hartnäckig und verpflichtete ihn für 2,5 Millionen. Ersatz wurde nach einigem Hin und Her in Martin Fenin gefunden, der von FK Teplice für 3,5 Millionen Euro kam und den Verein damit in neue finanzielle Bahnen geworfen hat. Noch immer im Kaufrausch plünderte man in Frankfurt das Festgeldkonto und holte Cesar Alves dos Santos - Spitzname Caio aus Brasilien für 3,8 Millionen. Des Weiteren weilt Trainer Friedhelm Funkel derzeit in Griechenland und beobachtet Evangelos Mantzios, einen großen Stürmer von Panathinaikos Athen. Die Griechen fordern drei Millionen Euro, Frankfurt will nur die Hälfte zahlen. Wahrscheinlich trifft man sich in der Mitte. Gehen mussten dafür neben Streit noch Michael Thurk, der vollkommen überraschend zum FC Augsburg wechselte und Naohiro Takahara, den es in seine Heimat zu den Urawa Red Diamonds zog. Wunschtraum: Frankfurts Neueinkäufe schlagen allesamt ein. Fenin und Amanatidis bilden mit Caio das neue magische Dreieck in Frankfurts Offensive. Amanatidis wird nach Theofanis Gekas der zweite griechische Torschützenkönig der Bundesliga und die Eintracht hat bis zum letzten Spieltag Aussichten auf das internationale Geschäft. Albtraum: Es knistert gewaltig zwischen Funkel und der Mannschaft. Amanatidis gibt nach den ersten vier sieglosen Spieltagen seine Kapitänsbinde ab, und es läuft gar nichts mehr. Bis zum letzten Spieltag muss man um den Klassenerhalt zittern, ehe Duisburg zum Endspiel nach Frankfurt kommt. Der Eintracht reicht ein Unentschieden, doch nach einer Pleite gegen den von Ex-Eintracht-Profi Rudi Bommer trainierten MSV ist der Abstieg besiegelt und der Frankfurter Fan träumt wieder vom grauen Mittelfeld der ersten Bundesliga. Prognose Frankfurt praktiziert einen Weg der kleinen Schritte. In der Rückrunde fallen diese aber besonders klein aus. Fenin und Caio werden die Eintracht (noch) nicht in ungeahnte Tabellenregionen befördern, bieten dem Verein aber langfristig eine gute Perspektive. Abschreckende Beispiele von überambitionierten Vereinen wie Köln oder Wolfsburg zeigen, dass man sich in Frankfurt auf dem richtigen Weg befindet - mehr als Platz 13 wird in dieser Saison aber nicht drin sein. Max Pritsch |