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20.09.2007 José Mourinho: Abgang per SMS![]() Die Nase voll Seit Wochen lagen sich Multimilliardär Roman Abramovich und Chelsea-Coach José Mourinho immer wieder in den Haaren. Nun ist es vorbei. In einer Nacht- und Nebelaktion ist der Portugiese von seinem Amt zurückgetreten. Der Klub von Michael Ballack und Mourinho haben sich im "gegenseitigen Einverständnis" getrennt, hieß es auf der offiziellen Seite des englischen Premier League-Vereins. Mourinho verhandelt nach einem Bericht des britischen Fernsehsenders BBC über eine Abfindung in Höhe von umgerechnet rund 35 Millionen Euro. Die Diskussionen mit dem portugiesischen Trainer seien bereits seit einiger Zeit im Gange, da beide Seiten mit der Trennung gerechnet hätten, berichtete die BBC. Britische Medien hatten zuvor berichtet, Mourinho habe einigen Spielern nach der Blamage des FC Chelsea gegen Rosenborg Trondheim (1:1) aus Norwegen per SMS überraschend mitgeteilt, er verlasse Chelsea. Alles Gute "Das wars, alles Gute für Eure Karriere", schrieb der portugiesische Startrainer in der Nacht zum Donnerstag per SMS an Mannschaftskapitän John Terry und vier andere Spitzenspieler des Clubs an Londons Stamford Bridge. Vorläufiger Nachfolger Mourinhos ist ein Mann, den der russische Clubbesitzer nach Angaben britischer Medien hinter den Kulissen protegiert und als Sportdirektor immer mehr zum Rivalen für den 44-jährigen Chefcoach aufgebaut hatte: Avraham Grant (51), bis Juni 2006 noch israelischer Nationaltrainer. Wielange Grant das Starensemble der Blues dirigieren darf, war zunächst noch unklar. In britischen Medien schossen Gerüchte über die Suche nach einem neuen Startrainer ins Kraut, der den vergleichsweise unbekannten Israeli demnächst ablösen soll. Klinsmann wieder im Gespräch Einmal mehr wurde dabei der Name des deutschen Ex-Nationaltrainers Jürgen Klinsmann für einen der am höchsten bezahlten, aber auch aufreibendsten Trainer-Jobs der Welt ins Spiel gebracht. Bereits im Frühjahr war der Wahl-Amerikaner als Kandidat in London gehandelt worden. Ausgerechnet jetzt gegen ManU Schon am kommenden Sonntag steht Grant vor seiner Feuerprobe: Im Spitzenspiel der Premier League bei Manchester United wird sich zeigen, ob Chelsea in dieser Saison überhaupt noch eine Chance hat, wieder an die Spitze vorzustoßen. Derzeit stehen die Blues, die mit Mourinho 2005 und 2006 Meister wurden, aber nie die Champions League gewinnen konnten - auf dem fünften Rang - genau hinter Manchester durch ein etwas schlechteres Torverhältnis. Welche Folgen die vorzeitige Aufhebung des mit jährlich 5,2 Millionen Pfund (7,5 Millionen Euro) dotierten Vertrages von Mourinho für die Zukunft Ballacks bei Chelsea hat, war zunächst nicht absehbar. Viel Geld, keine Tore Als Hauptgrund nennen Insider nach Angaben des Guardian, dass Abramovich von Mourinho "für seine 500 Millionen Pfund (rund 745 Millionen Euro), die er seit 2003 in den Club gesteckt hat, einen expansiveren und attraktiveren Fußball erwartet hatte". Der Portugiese habe für den Geschmack des Russen "zu sehr auf Nummer sicher" spielen lassen, war in London immer wieder zu hören. Nach der 0:2-Niederlage gegen Aston Villa Anfang des Monats und dem ebenfalls enttäuschenden Start in die Champions League mit einem 1:1 gegen Trondheim sollen zwischen Abramovich und Mourinho die Fetzen geflogen sein. Das war dem Portugiesen, der zum Antritt bei Chelsea im Sommer 2004 noch erklärt hatte, er sei "a special one" (ein ganz Besonderer), dann offenkundig zu viel. |