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Im Bronzematch gab es ebenfalls eine Überraschung, denn der Sieger hieß Juan Martin del Potro. Der Argentinier hatte die Strapazen aus dem Halbfinale gut weggesteckt und schlug den ehemaligen Weltranglistenersten Novak Djokovic glatt in zwei Sätzen mit 7:5 und 6:4.
Murray wie im Rausch
Federer ging als Favorit in das Spiel, immerhin gewann er vor wenigen Wochen an gleicher Stelle das Turnier in Wimbledon gegen Murray im Finale. Insgesamt schon sieben Mal konnte Federer in Wimbledon gewinnen, allerdings tat er sich auch schon im Halbfinale gegen del Potro schwer, ehe er mit 19:17 im dritten Satz gewinnen konnte.
Im Traumfinale spielte sich Murray dann schnell in einen Rausch. Wie entfesselt trumpfte der 25-Jährige auf und ließ Federer mit Tennis der Extraklasse nicht den Hauch einer Chance. Zum 4:2 nahm er Federer zum ersten Mal das Service ab und versetzte die Briten auf den Rängen in Ekstase - "Andy, Andy"-Sprechchöre hallten über die Anlage.
Stimmung wie im Fußball-Stadion
Als Murray nach 37 Minuten mit dem ersten Satzball den ersten Durchgang mit 6:2 für sich entschied, ging es auf dem Centre Court zu wie in einem Fußball-Stadion. Mit ohrenbetäubendem Jubel feierten die Fans Murrays ersten Schritt zum Olympiasieg, sogar die La-Ola-Welle schwappte durch das Rund. Dort, wo sonst während des Grand-Slam-Turniers stets Ordnung und bedächtige Ruhe herrschen, regierte nun der Wahnsinn.
Federer wirkte einen Monat nach seinem siebten Wimbledon-Triumph sichtlich beeindruckt. Den nächsten Tiefschlag versetzte Murray dem Schweizer im dritten Spiel des zweiten Satzes. Nachdem ihm erneut ein schnelles Break gelungen war, musste er bei eigenem Service sechs Breakbälle von Federer abwehren, ehe er mit 3:0 in Führung ging.
Damit war der Widerstand des Schweizers gebrochen. Murray trieb den 17-fachen Grand-Slam-Turnier-Sieger mit seinen druckvollen Grundlinienschlägen nun nach Belieben über den Court. Mit 6:1 entschied er den zweiten Durchgang für sich. Als ihm auch im dritten Satz zum 3:2 das Break gelang, war das mit so viel Spannung erwartete olympische Finale endgültig entschieden. Fortan wurde jeder Punkt des Briten frenetisch bejubelt. "Es gibt nur einen Andy Murray", sangen die Fans und trieben Murray damit zum Olympia-Gold.





